![]() |
FERNAMBUC
|
Namen und Verbreitung:
Botanisch gehört Fernambuk, brasilianisch Pau Brazil (Guilandia echinata bzw. Caesalpinia echinata) zu den Caesalpiniaceae. Die Art ist beheimatet im nordöstlichen Brasilien, in der sogenannten Mata Atlantica. Dort wurde der Baum seit dem 16. Jahrhundert wegen seines farbstoffhaltigen Holzes geschätzt. Als Hauptausfuhrprodukt (!) hatte Fernambuk zu dieser Zeit große Bedeutung und gab dem Land seinem Namen: Brasil steht für rotfarbenes Holz in der Sprache der Lokalbevölkerung der Ostküste.
Holzbild:
Splintholz: weißlich bis hellbraun, Kern frisch orange-rot, später rotbraun nachdunkelnd. Die Poren sind fein bis mittelgroß, verstreut angeordnet, Faserverlauf zumeist geradfasrig, gelegentlich wechseldrehwüchsig. Insgesamt in Farbe, Textur und Wuchsqualität unterschiedliches Holz.
Eigenschaften:
Das spezifische Gewicht bei u=12% wird mit 0,80 1,00 1,20 t/m³ angegeben. Mäßig schwindend, gutes Stehvermögen. Hart bis sehr hart. Bei geradem Faserverlauf mit allen Werkzeugen gut zu bearbeiten. Es sind schöne Oberflächen möglich. Das Holz ist wenig feuchteempfindlich und besonders witterungsfest, weshalb es auch im Hausbau und als Weidezäume (!) Verwendung fand. Die Biegesteifigkeit erreicht 18.000 N/mm2 und kann bei ausgesuchten Stämmen auch darüber liegen.
Verwendung:
Streichbogenbau, Drechslerartikel, Kunstgegenstände, vormals Farbholz (bis zur Einführung der synthetischen Anilinfarben)
Referenz:
ATIBT/CTFT (1990) Atlas de Maderas Tropicales de América Latina
RICHTER (1988) Holz als Rohstoff für den Instrumentenbau, Moeck-Verlag
Insgesamt ist wenig über diese Holzart geforscht und geschrieben worden.
Hinweis: nach neuesten Erkenntnissen, jedoch unter Ausschluß jeglicher Haftung
[zurück]