Robinie

ROBINIE
natur, ungedämpft

Robinie Vergleich:
Robinie, gedämpft
Robinie, ungedämpft

Namen und Verbreitung:
Die Robinie oder auch falsche Akazie genannt (Robinia pseudoacacia, ein Schmetterlingsblütler) wird in ihrer Heimat, den USA, kaum genutzt. Seit einigen Dekaden wurde sie in Europa wieder eingeführt (wo sie vor der Eiszeit ebenfalls heimisch war). Heute bestehen vor allem in Südosteuropa großflächige Plantagen. Die Nachfrage an hochwertiger Robinie kann aus hiesigen Vorräten nicht gedeckt werden; entsprechend sind die Einfuhren aus Ungarn, Rumänien und der Slowakei.

Holzbild:
Das Kernholz ist zum Splint hin scharf abgesetzt, im frischen Zustand grünlich gelb, goldbraun nachdunkelnd.
Durch Heißdampfbehandlung kann der gelbe Grundton in Richtung Umbra verändert werden! Poren im Frühholz grob, ringförmig angeordnet und durch starke Verthyllung fast weiß erscheinend. Spätholzporen fein, durch helle Speicherzellen markiert. Die scharf abgesetzten Jahresringe ergeben auf den Längsflächen deutliche Flader- bzw. Streifer. Dekorativ.

Eigenschaften:
Das spezifische Gewicht wird bei einer Holzfeuchte von 12% mit 0,73 (0,62...0,90) t/m3 angegeben. Robinienholz ist stark schwindend, etwa vergleichbar mit Buche. Das differentielle Schwind- und Quellmaß wird mit 0,24%/%Feuchteänderung in radialer und 0,39% in tangentialer Richtung angegeben. Die Trocknung muß langsam an der Luft erfolgen, später ggf. in der Kammer. Dabei sind die Bündel eng zu latten und gut zu beschweren. Robinie neigt zum Verdrehen, insbesondere während der Trocknung. Endrisse sind üblich und kaum zu vermeiden. Robinie ist gut bearbeitbar mit allen Werkzeugen, es werden glatte Oberflächen erzeugt. Robinie ist auffallend hart und biegefähig. Die Brinellhärte wird mit 48 angegeben, der E-Modul mit 13.600 N/mm2,dürfte aber auch darüber liegen.
Die Witterungsbeständigkeit ist sehr hoch (Dauerhaftigkeitsklasse 1).

Hinweis: Robinie neigt auch im verbauten Zustand zum Verdrehen, entsprechende konstruktive Maßnahmen sind zu ergreifen.
In Verbindung mit Eisen können unschöne Verfärbungen auftreten.

Verwendung:
bei guter Qualität als Parkett & Dielenbelag, ansonsten allgemeines Konstruktionsholz im Außenbau, sehr gute Qualitäten auch als Drechslerware und als Klang- bzw. Resonanzholz.

Ersetzt: europ. Eiche, Überseehölzer

Referenz:
GOTTWALD (1970) Holzbestimmung der wichtigsten Handelshölzer
WAGENFÜHR (1996) Holzatlas
ARGE Holz (1998) Einheimische Nutzhölzer und ihre Verwendung

Hinweis: nach neuesten Erkenntnissen, jedoch unter Ausschluß jeglicher Haftung

Referenzobjekte:
Anbau an der Waldorfschule Frankfurt


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